Offenlegung mit KI: Warum der Chat allein nicht reicht
KI-Assistenten lesen PDFs, verstehen Tabellen und schreiben XML. Naheliegend also, den Jahresabschluss einfach in den Chat zu geben und um die Datei für das Unternehmensregister zu bitten. Warum das selten gut geht und was ein MCP-Server daran ändert.
Was ein KI-Assistent gut kann
Einen Abschluss lesen, auch als PDF mit verschachtelten Tabellen. Erkennen, wo die Bilanz endet und der Anhang beginnt. Nachfragen, wenn etwas fehlt. Das ist echte Arbeit, die bisher jemand von Hand gemacht hat, und darin sind aktuelle Assistenten stark.
Wo der Chat allein scheitert
Die Publikations-Plattform nimmt XML nur ohne Konvertierungsentgelt an, wenn es dem Schema des Bundesanzeiger Verlags folgt. Dazu kommen Regeln, die erst beim Upload geprüft werden. Ein Assistent kennt dieses Schema nicht verlässlich; er schreibt XML, das plausibel aussieht. Ob es angenommen wird und wie es im Register dargestellt wird, zeigt sich erst nach dem Upload.
Bei langen Tabellen kann ein Modell Zahlen verändern, ohne es zu merken: eine vertauschte Ziffer, ein gerundeter Betrag, eine verrutschte Zeile. Und es prüft seine Arbeit selbst, also mit denselben Fehlern, die es gerade gemacht hat.
Auch die Pflichten sind eine Fehlerquelle. Die Schwellenwerte der Größenklassen haben sich zuletzt 2024 geändert; ein Modell antwortet aus seinem Trainingsstand, nicht aus dem geltenden Recht. Und eine Vorschau, wie das Register die Datei zeigt, kann der Chat nicht liefern.
| Nur im Chat | Mit Uregistry (MCP) | |
|---|---|---|
| Pflichten und Größenklasse | Aus dem Gedächtnis des Modells | Fragen und Schwellenwerte aus einem versionierten Regelwerk, mit Paragrafen; Sie bestätigen |
| XML nach dem Schema | Plausibel, aber ungeprüft | Jeder Abschnitt wird gegen Schema und Plattformregeln geprüft |
| Fehler | Das Modell prüft sich selbst | Konkrete Befunde vom Server; der Assistent korrigiert, der Server prüft erneut |
| Zahlen | Können sich unbemerkt ändern | Werden nicht verändert; unsichere Stellen sind markiert |
| Vorschau | Keine | Inhalt wie im Register, zum Abgleich mit dem Original |
Was ein MCP-Server ist
Das Model Context Protocol (MCP) ist ein offener Standard, mit dem KI-Assistenten externe Werkzeuge nutzen. Anthropic hat ihn 2024 veröffentlicht; inzwischen unterstützen ihn viele Assistenten, darunter Claude, ChatGPT und Le Chat.
Ein MCP-Server stellt dem Assistenten Werkzeuge bereit, die er im Gespräch aufruft. Der Assistent bleibt Ihr Gesprächspartner; für die Teile, die exakt sein müssen, fragt er den Server.
Die Arbeitsteilung
Der Assistent macht, was er gut kann: Dokumente lesen, verstehen, nachfragen. Uregistry macht, was nicht dem Zufall überlassen bleiben darf: die Pflichten nach festen Regeln zeigen, jeden Abschnitt formal prüfen, die XML-Datei zusammensetzen und die Vorschau erzeugen.
Uregistry lehnt ab, statt zu reparieren. Passt ein Abschnitt nicht, bekommt der Assistent einen konkreten Befund und korrigiert selbst; Werte ändert der Server nie. Am Ende vergleichen Sie die Vorschau mit dem unterschriebenen Abschluss und laden die Datei selbst hoch.
Kannst du mir mit der Offenlegung unseres Jahresabschlusses helfen?
Gern. Ich erstelle mit Ihnen die Einreichungsdatei für das Unternehmensregister. Bitte beantworten Sie kurz:
- Rechtsform?
- Geschäftsjahr von – bis?
- Börsennotiert oder anderweitig kapitalmarktorientiert?
- Durch einen Konzernabschluss befreit (§ 264 Abs. 3 HGB)?
- Ist Ihnen die Größenklasse bekannt?
GmbH, 1.1.–31.12.2025, nein, nein, nein
Nach Ihren Zahlen ist die Muster GmbH eine kleine Kapitalgesellschaft (§ 267 Abs. 1 HGB). Offenzulegen sind Bilanz und Anhang, spätestens bis 31.12.2026. Bestätigen Sie die Größenklasse?
Jahresabschluss 2025 · Muster GmbH
filing.xml · Bilanz, Anhang · 19.860 Zeichen
- Formale Prüfung
- bestanden
- Einreichungsart
- Offenlegung
- Gebühr des Unternehmensregisters
- 25,00 €
- Konvertierungsentgelt vermieden
- ca. 414 €
Bitte vergleichen Sie die Vorschau mit dem unterschriebenen Abschluss. Danach laden Sie die Datei auf der Publikations-Plattform unter „Veröffentlichen im Unternehmensregister“ hoch.
Was mit Ihren Daten passiert
Ihre Dokumente liest der Assistent, den Sie verwenden; dafür gelten dessen Bedingungen und Datenschutzeinstellungen. Uregistry sieht nur die Abschnitte, die der Assistent zur Prüfung schickt, läuft auf Servern in Deutschland und speichert und protokolliert keine Inhalte.
Grenzen
Uregistry prüft formal, nicht inhaltlich. Ob der Abschluss richtig ist, ob die Größenklasse stimmt und ob die Frist gewahrt ist, verantworten Sie oder Ihre Steuerberatung. Uregistry leistet keine Steuer- oder Rechtsberatung und reicht nichts in Ihrem Namen ein.
Angaben ohne Gewähr. Keine Rechtsberatung. Verbindliche Vorgaben bei den zuständigen Stellen oder einer qualifizierten Rechts- und Steuerberatung prüfen.