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Einreichen im Unternehmensregister: So funktioniert's

Die Einreichung am Unternehmensregister ist digital, aber nicht automatisch effizient. Dieser Guide erklärt die rechtlichen Grundlagen, die Abläufe, die Kosten und wie ein strukturierter XML-First-Workflow Aufwand und Kosten reduziert.

Offenlegung vs. Hinterlegung

Ob ein Jahresabschluss veröffentlicht oder nur hinterlegt werden muss, hängt von der Größe und der Rechtsform des Unternehmens ab. Zudem bestimmt die Unternehmensgröße, welche konkreten Daten offenzulegen sind.

Quelle: Publikations-Plattform, Jahresabschluss Offenlegungsregeln

VeröffentlichungHinterlegung
Wer ist verpflichtet?Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH, AG)Kleinstkapitalgesellschaften
Wer kann die Daten einsehen?Öffentlich für jeden einsehbarNur kostenpflichtig abrufbar
Welche Unterlagen sind einzureichen?Bilanz, GuV, Anhang, Lagebericht und weitere Pflichtbestandteile werden vollständig veröffentlichtNur vereinfachte Bilanz (Anhang entfällt, Angaben unter der Bilanz ausreichend)
Welchem Zweck dient es?Interessengruppen wie Kunden, Lieferanten oder Anteilseigner können sich über die finanzielle Situation informierenGeringerer bürokratischer Aufwand für Kleinstkapitalgesellschaften; bei Interesse können Geschäftspartner dennoch Einsicht nehmen.
Mehr zur Unterscheidung →

Wer muss offenlegen?

Unternehmen folgender Rechtsformen müssen Rechnungslegungsunterlagen und Unternehmensberichte offenlegen:

Kapitalgesellschaften wie AG, KGaA, SE, GmbH und UG (haftungsbeschränkt), eingetragene Genossenschaften (eG), haftungsbeschränkte Personenhandelsgesellschaften ohne natürliche Person als Vollhafter (z. B. GmbH & Co. KG, UG & Co. KG), Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG) und inländische Zweigniederlassungen von Kapitalgesellschaften mit Sitz in einem anderen Staat.

Spezielle Gesellschaftsarten wie Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute, Versicherungen oder Energie- und Telekommunikationsunternehmen sind nach den jeweiligen Spezialgesetzen offenlegungspflichtig. Nach dem Publizitätsgesetz können auch weitere Unternehmen offenlegungspflichtig sein, wenn sie bestimmte Größenmerkmale erfüllen.

Nach dem Publizitätsgesetz sind Unternehmen generell offenlegungspflichtig, wenn sie in 3 aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren 2 der 3 folgenden Merkmale erfüllen: Bilanzsumme über 65 Mio. Euro, Umsatzerlöse über 130 Mio. Euro, durchschnittlich über 5.000 Arbeitnehmer.

Die Pflicht zur Aufstellung und Offenlegung eines Jahresabschlusses besteht mit der Eintragung der Gesellschaft, unabhängig davon, ob bereits eine Geschäftstätigkeit aufgenommen wurde oder eine Gewinnerzielungsabsicht besteht.

Quelle: Publikations-Plattform, Jahresabschluss Offenlegungsregeln

ESEF vs. HGB-XML im Detail →

Was müssen Sie offenlegen?

In welchem Umfang Sie Rechnungslegungsunterlagen offenlegen müssen, hängt unter anderem von der Größe Ihres Unternehmens ab. 2 der 3 Merkmale müssen an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren vorliegen.

Die Schwellenwerte nach §§ 267, 267a HGB n. F. gelten bei Geschäftsjahresbeginn nach dem 31.12.2022:

Quelle: Publikations-Plattform, Jahresabschluss Offenlegungsregeln

UnternehmensgrößeBilanzsummeUmsatzerlöseArbeitnehmer im Jahresdurchschnitt
Kleinstmax. 450.000 EURmax. 900.000 EURmax. 10
Kleinmax. 7,5 Mio. EURmax. 15 Mio. EURmax. 50
Mittelgroßmax. 25 Mio. EURmax. 50 Mio. EURmax. 250
Großmehr als 25 Mio. EURmehr als 50 Mio. EURmehr als 250

Welche Unterlagen sind für welche Unternehmensgröße einzureichen?

Je nach Unternehmensgröße können folgende Offenlegungserleichterungen in Anspruch genommen werden:

Quelle: Publikations-Plattform, Jahresabschluss Offenlegungsregeln

GrößeEinzureichende Unterlagen
KleinstBilanz (vereinfacht). Anhang entfällt, wenn bestimmte Angaben unter der Bilanz ausgewiesen werden (§ 264 Abs. 1 HGB)
KleinBilanz (vereinfacht), Anhang (vereinfacht)
MittelgroßBilanz, GuV, Anhang, Lagebericht, Bestätigungsvermerk, weitere Berichte je nach Rechtsform
GroßBilanz, GuV, Anhang, Lagebericht, Bestätigungsvermerk, weitere Berichte je nach Rechtsform und Konzernstruktur

Wann müssen Sie offenlegen?

Grundsätzlich müssen die Unterlagen spätestens innerhalb von 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag übermittelt werden. Für kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften gilt eine kürzere Frist.

Die genauen Fristen, Rechtsgrundlagen und Sonderfälle sind auf der Seite Fristen, Formate, Kosten zusammengestellt.

Fristen im Detail →

Wohin und wie einreichen? Der Bilanz-Navigator als Wegweiser

Welches Offenlegungsmedium gilt und ob Offenlegung oder Hinterlegung einschlägig ist, klärt der Bilanz-Navigator auf der Publikations-Plattform. Er führt anhand Ihres Einzelfalls durch die Zuordnung – verbindlich sind dennoch die Vorgaben der registerführenden Stelle.

Seit Inkrafttreten des DiRUG (Gesetz zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie) sind Rechnungslegungsunterlagen und Unternehmensberichte für Geschäftsjahre beginnend nach dem 31.12.2021 an das Unternehmensregister zu übermitteln; für Geschäftsjahre beginnend vor dem 01.01.2022 bleibt der Bundesanzeiger das Offenlegungsmedium. Beide Medien werden vom Bundesanzeiger Verlag betrieben.

Die Übermittlung erfolgt elektronisch über die Publikations-Plattform (www.publikations-plattform.de) oder über eine Software-Schnittstelle (Webservice). Eine Einreichung in Papierform ist nicht vorgesehen.

Hinweis: Der Bilanz-Navigator klärt die Zuordnung innerhalb der HGB-Offenlegung, nicht die separate Frage, ob ein Unternehmen dem ESEF-Regime (iXBRL) unterliegt – dies ist eine Frage für kapitalmarktorientierte Emittenten.

Quelle: Publikations-Plattform, Das Unternehmensregister

Bilanz-Navigator aufrufen →

Voraussetzungen für die Übermittlung

Zur Übermittlung von Daten an das Unternehmensregister ist eine Registrierung auf der Publikations-Plattform erforderlich. Eine einmalige Registrierung genügt, auch wenn Sie für mehrere Tochterunternehmen oder als Einsender für Dritte veröffentlichen.

Zusätzlich besteht seit dem DiRUG für alle Übermittler von Rechnungslegungsunterlagen die Pflicht zur einmaligen elektronischen Identitätsprüfung. Ohne vorherige Identifikation kann kein Jahresabschluss an das Unternehmensregister übermittelt werden. Zur Identifikation stehen videounterstützte Verfahren, eID (Personalausweis mit Online-Funktion) und die Identifizierung per Steuerberaterplattform zur Verfügung.

Bei Verstößen gegen die Offenlegungspflicht leitet das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeldverfahren ein. Ordnungsgelder bei unterlassener oder unvollständiger Offenlegung betragen mindestens 2.500 EUR bis maximal 25.000 EUR. Bei Emittenten und kapitalmarktorientierten Unternehmen gilt ein erhöhter Ordnungsgeldrahmen.

Quelle: Publikations-Plattform, Registrieren / Identifizieren

Standardprozess ohne XML-Vorbereitung

Heute liegen Unterlagen meist als PDF oder Office-Datei vor und müssen erst in das geforderte XML überführt werden – das erzeugt Aufwand und kann zusätzliche Kosten auslösen.

Welches Format erwartet das Unternehmensregister? →

Kostenstruktur

Die Kosten bestehen aus der gesetzlichen Gebühr nach JVKostG und, je nach Format, zusätzlichen konvertierungsbedingten Kosten. Wer direkt im XML-Format liefert, vermeidet diese Zusatzkosten.

Die ausführliche Gebührenstruktur mit Beispielen steht auf der Seite Fristen, Formate, Kosten; der Kostenrechner vergleicht Ihre konkreten Parameter.

Fristen, Formate, Kosten im Detail →

Der Uregistry-Prozess

Uregistry hilft Teams, von vorhandenen Berichtsunterlagen zu einem strukturierten XML-First-Workflow zu kommen.

Der Ablauf: Upload von PDF, Excel oder Word → automatisierte Extraktion und Strukturierung → XML-Generierung → Prüfung und Korrektur → Einreichung.

Je nach Komplexität der Dokumente läuft das entweder im Self-Service-Flow oder mit zusätzlicher Expertenprüfung.

Upload

PDF · Excel · Word

Extraktion

automatisiert

XML-Generierung

strukturiert

Prüfung

Korrektur

Einreichung

Unternehmensregister

Fazit

Offenlegung und Hinterlegung sind zwar digitale Prozesse, das macht sie aber nicht automatisch effizient. Wer von zerstreuten PDFs oder Office-Dateien ausgeht, riskiert vermeidbare Konvertierungskosten und manuellen Aufwand.

Ein strukturierter XML-First-Workflow macht die Einreichung berechenbarer, weniger manuell und oft kostengünstiger.

FAQ

Gelten diese Regeln für alle Unternehmen?

Die Pflicht zur Offenlegung besteht für Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, UG), haftungsbeschränkte Personenhandelsgesellschaften (GmbH & Co. KG) und Genossenschaften. Spezielle Gesellschaftsarten wie Kreditinstitute oder Versicherungen haben eigene Regelungen. Die Gebührenstaffel unterscheidet nach Unternehmensgröße.

Können Tochterunternehmen von der Offenlegungspflicht befreit werden?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen nach § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB. Die Befreiung muss beim Bundesamt für Justiz beantragt werden. Details finden Sie auf der Publikations-Plattform unter Befreiung von der Offenlegungspflicht.

Wann beginnt die Offenlegungspflicht für eine Gesellschaft?

Die Pflicht zur Aufstellung und Offenlegung eines Jahresabschlusses besteht mit der Eintragung der Gesellschaft, unabhängig vom Unternehmensgegenstand und unabhängig davon, ob bereits eine Geschäftstätigkeit aufgenommen wurde. Auch gemeinnützige Gesellschaften sind offenlegungspflichtig.

Angaben ohne Gewähr. Keine Rechtsberatung. Verbindliche Vorgaben bei den zuständigen Stellen oder einer qualifizierten Rechts- und Steuerberatung prüfen.