ESEF (iXBRL) vs. HGB-XML: welche elektronische Offenlegung betrifft wen?
Beide Wege führen zum Unternehmensregister, aber mit unterschiedlichen Formaten. Entscheidend ist, ob eine Gesellschaft Inlandsemittent ist. Dieser Beitrag klärt die Abgrenzung.
Zwei Regime, ein Unternehmensregister
ESEF-Unterlagen und die übrige HGB-Offenlegung gehen an das Unternehmensregister, das der Bundesanzeiger Verlag betreibt. Sie unterscheiden sich im Format und darin, wer betroffen ist.
Vor der Einreichung ist deshalb zu klären, ob die Gesellschaft Inlandsemittent ist. Danach richtet sich das Format.
Quelle: Allgemeine Nutzungsbedingungen für das Unternehmensregister (D088), § 8
Was ist ESEF?
ESEF (European Single Electronic Format) ist das einheitliche elektronische Berichtsformat der EU, auf Grundlage der Transparenzrichtlinie 2004/109/EG und der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815.
Technisch ist es XHTML mit eingebetteten iXBRL-Tags. Auszuzeichnen ist der IFRS-Konzernabschluss; der eigene HGB-Jahresabschluss des Emittenten wird als XHTML eingereicht.
Wen betrifft ESEF?
Das ESEF-Format gilt für Kapitalgesellschaften, die Inlandsemittent im Sinne von § 2 Abs. 14 WpHG sind, also Wertpapiere an einem geregelten Markt der EU zugelassen haben, und nicht unter § 327a HGB fallen (§ 328 Abs. 1 Satz 4 HGB). Das ist nicht ganz dieselbe Gruppe wie die kapitalmarktorientierten Gesellschaften nach § 264d HGB.
In der Regel nicht betroffen sind GmbH, UG, nicht börsennotierte AG und GmbH & Co. KG. Ausnahme: Eine GmbH, deren Anleihen mit einer Stückelung unter 100.000 € zum Handel zugelassen sind, ist ebenfalls Inlandsemittent.
Was ist die HGB-XML-Offenlegung (DiRUG)?
Alle übrigen offenlegungspflichtigen Gesellschaften reichen nach §§ 325 ff. HGB ein. Seit dem DiRUG gilt das für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2021 begonnen haben, beim Unternehmensregister; ältere Geschäftsjahre gehören in den Bundesanzeiger.
Eingereicht wird XML nach dem Schema des Bundesanzeiger Verlags. Möglich sind auch PDF und Office-Dateien, die der Betreiber gegen Entgelt umwandelt.
ESEF vs. HGB-XML im Vergleich
Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Unterschiede beider Regime.
| Aspekt | ESEF (iXBRL) | HGB-Offenlegung |
|---|---|---|
| Betroffene Gesellschaften | Kapitalgesellschaften, die Inlandsemittent sind (§ 328 Abs. 1 S. 4 HGB) | Alle übrigen offenlegungspflichtigen Gesellschaften (§§ 325 ff. HGB) |
| Format | XHTML mit iXBRL | XML nach dem Schema des Bundesanzeiger Verlags; PDF und Office gegen Konvertierungsentgelt |
| Rechtsgrundlage | § 328 Abs. 1 S. 4 HGB, Delegierte Verordnung (EU) 2019/815 | §§ 325 ff. HGB, DiRUG |
| Einzureichen | Die Unterlagen nach § 325 HGB im ESEF-Format; der Jahresfinanzbericht nach § 114 WpHG ist ein eigener Bericht | Jahresabschluss, je nach Größe mit Lagebericht und Bestätigungsvermerk |
| Gebühr große Gesellschaft | 330,00 € (KV 1423 b) | 110,00 € (KV 1423 a) |
| Frist | 4 Monate nach dem Abschlussstichtag | 12 Monate nach dem Abschlussstichtag |
Und Uregistry?
Uregistry deckt die HGB-Offenlegung für Kleinst-, kleine und mittelgroße Gesellschaften ab. ESEF gehört nicht dazu und ist auch nicht geplant. Fragt Uregistry nach Ihrer Gesellschaft, klärt es die Inlandsemittenten-Frage zu Beginn.
FAQ
Betrifft ESEF auch GmbHs oder nicht börsennotierte AGs?
In der Regel nicht. ESEF gilt für Kapitalgesellschaften, die Inlandsemittent sind. Eine GmbH mit zum Handel zugelassenen Anleihen kann allerdings auch darunter fallen.
Ist der höhere Gebührensatz für große Gesellschaften der Satz für PDF?
Nein. Die Stufen 330 € und 550 € in KV 1423 und 1426 gelten für das ESEF-Format. Welche Stufe bei PDF gilt, nennt das Kostenverzeichnis nicht ausdrücklich; das Konvertierungsentgelt kommt bei PDF in jedem Fall hinzu.
Unterstützt Uregistry ESEF?
Nein. Uregistry erstellt XML für die HGB-Offenlegung von Kleinst-, kleinen und mittelgroßen Gesellschaften.
Angaben ohne Gewähr. Keine Rechtsberatung. Verbindliche Vorgaben bei den zuständigen Stellen oder einer qualifizierten Rechts- und Steuerberatung prüfen.